Wo genau in Deutschland fehlen die Kita-Plätze besonders? (Infografik)

Der Betreuungsbedarf für Kleinkinder in Deutschland ist nicht überall gleich hoch. Es ist wichtig, dabei nach Bundesländern zu unterscheiden. Der höchste Betreuungsbedarf besteht demnach in Brandenburg und dieser liegt bei 64%. Den geringsten Betreuungsbedarf hat Bayern, wo die Quote bei 39,2% liegt.

Ost-West-Gefälle beim Kita-Bedarf

Auch von Osten nach Westen gibt es ein Gefälle, was den Bedarf an Kita-Plätzen anbelangt. Die prozentualen Anteile liegen bei 60,6% im Westen und bei 44,7% im Osten. Die größten Betreuungslücken gibt es in Bremen mit 20,2%, in Rheinland-Pfalz mit 18,2% und Nordrhein-Westfalen mit 18% in relativen Zahlen.

Im Osten hingegen liegen die Prozentzahlen für die Betreuungslücken im einstelligen Bereich. Mecklenburg-Vorpommern etwa hat eine eine Lücke von 4%, Sachsen-Anhalt 4,7% und Thüringen 5,3%. Im gesamten Osten liegt der Prozentsatz bei 8,5%. Im Westen hingegen bei 14,4%. Allerdings sind diese Zahlen nicht gesichert, da sie aus einer Befragung hochgerechnet wurden.

Knapp 200.000 Kita-Plätze fehlen für die Einjährigen

Gehen wir nach dem Alter der zu betreuenden Kinder, so fehlen bei den Zweijährigen momentan rund 130.000 Kita-Plätze. Im Jahr 2014 waren es noch 74.000 Plätze, die zu wenig waren. Bei den Einjährigen ist die Zahl noch viel signifikanter mit ca. 198.000 Kita-Plätzen, die aktuell fehlen. Auch das ist ein hoher Anstieg zu 2014, wo die absolute Zahl noch bei 114.000 lag. Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft

Wahrscheinlich sind diese Zahlen immer noch niedriger, als das, was wirklich an Kita-Plätzen benötigt wird. Denn die Betreuung durch Tageseltern wird in der Regel als gleichwertig angesehen. Jedes Dritte Kind, das Anspruch auf einen Kita-Platz hat, werden stattdessen von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreut. Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben ebenfalls hohe Anteile von Tageseltern, die bei rund 20% liegen.

Geringe Quote bei der Betreuung durch Tageseltern im Osten des Landes

Im Osten wiederum sind es auch hier weniger als 10%. Die Zahl liegt bei 8,9% um genau zu sein (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2019 – nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft). Manche entscheiden sich aber bewusst für diese Art der Betreuung – insofern ist dies nicht unbedingt als negativ anzusehen.

Es wäre allgemein ein Fehler, den Betreuungsbedarf herunterzurechnen. Die Städte müssen langfristig planen und inzwischen einkalkulieren, dass für die meisten Familien bereits ab dem 1. oder 2. Lebensjahr des Kindes ein Kita-Platz verfügbar sein muss. Dies muss zum Standard werden, da es den Eltern per Gesetz zusteht.

Garanturo unterstützt Sie bei Ihrem Anspruch auf einen Kita-Platz, insbesondere wenn Sie in Berlin, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz sowie Hamburg wohnen. Nehmen Sie zu uns Kontakt auf und wir prüfen gemeinsam, wie wir Ihren Anspruch entsprechen können.